3. März 2016

BaubetriebeVO

Ver­ord­nung über die Betrie­be des Bau­ge­wer­bes, in denen die ganz­jäh­ri­ge Beschäf­ti­gung zu för­dern ist (Bau­be­trie­be-Ver­ord­nung)

Aus­fer­ti­gungs­da­tum: 28.10.1980

Voll­zi­tat: „Bau­be­trie­be-Ver­ord­nung vom 28. Okto­ber 1980 (BGBl. I S. 2033), die zuletzt durch Arti­kel 37 des Geset­zes vom 20. Dezem­ber 2011 (BGBl. I S. 2854) geän­dert wor­den ist”

Stand: Zuletzt geän­dert durch Art. 37 G v. 20.12.2011 I 2854

Fuß­no­te (+++ Text­nach­weis ab: 1.11.1980 +++)

Ein­gangs­for­mel

Auf Grund des § 76 Abs. 2 des Arbeits­för­de­rungs­ge­set­zes vom 25. Juni 1969 (BGBl. I S. 582), der durch Arti­kel 1 Nr. 23 des Geset­zes vom 23. Juli 1979 (BGBl. I S. 1189) geän­dert wor­den ist, wird – nach Anhö­rung der Bun­des­an­stalt für Arbeit gemäß § 234 Abs. 2 des Arbeits­för­de­rungs­ge­set­zes und der Tarif­ver­trags­par­tei­en des Bau­ge­wer­bes gemäß § 76 Abs. 2 Satz 4 des Arbeits­för­de­rungs­ge­set­zes – verordnet:

§ 1 Zuge­las­se­ne Betriebe

(1) Die ganz­jäh­ri­ge Beschäf­ti­gung im Bau­ge­wer­be ist durch das Sai­son-Kurz­ar­bei­ter­geld in Betrie­ben und Betriebs­ab­tei­lun­gen zu för­dern, die gewerb­lich über­wie­gend Bau­leis­tun­gen (§ 101 Absatz 2 des Drit­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch) erbringen.

(2) Betrie­be und Betriebs­ab­tei­lun­gen im Sin­ne des Absat­zes 1 sind sol­che, in denen ins­be­son­de­re fol­gen­de Arbei­ten ver­rich­tet wer­den (Bau­haupt­ge­wer­be):

  1. Abdich­tungs­ar­bei­ten gegen Feuchtigkeit;
  2. Aptie­rungs- und Drai­nie­rungs­ar­bei­ten, wie zum Bei­spiel das Ent­wäs­sern von Grund­stü­cken und urbar zu machen­den Boden­flä­chen, ein­schließ­lich der Gra­ben­räu­mungs- und Faschi­nie­rungs­ar­bei­ten, des Ver­le­gens von Drai­na­ge­rohr­lei­tun­gen sowie des Her­stel­lens von Vor­flut- und Schleusenanlagen;

2a.   Asbest­sa­nie­rungs­ar­bei­ten an Bau­wer­ken und Bauwerksteilen;

  1. Bau­trock­nungs­ar­bei­ten, das sind Arbei­ten, die unter Ein­wir­kung auf das Gefü­ge des Mau­er­werks der Ent­feuch­tung die­nen, auch unter Ver­wen­dung von Kunst­stof­fen oder che­mi­schen Mit­teln sowie durch Ein­bau von Kondensatoren;
  2. Beton- und Stahl­be­ton­ar­bei­ten ein­schließ­lich Beton­schutz- und Beton­sa­nie­rungs­ar­bei­ten sowie Armierungsarbeiten;
  3. Bohr­ar­bei­ten;
  4. Brun­nen­bau­ar­bei­ten;
  5. che­mi­sche Bodenverfestigungen;
  6. Dämm-(Isolier-)Arbeiten (das sind zum Bei­spiel Wärme‑, Kälte‑, Schallschutz‑, Schallschluck‑, Schallverbesserungs‑, Schall­ver­ede­lungs­ar­bei­ten) ein­schließ­lich Anbrin­gung von Unter­kon­struk­tio­nen sowie tech­ni­schen Dämm-(Isolier-)Arbeiten, ins­be­son­de­re an tech­ni­schen Anla­gen und auf Land‑, Luft- und Wasserfahrzeugen;
  7. Erd­be­we­gungs­ar­bei­ten, das sind zum Bei­spiel Wegebau‑, Meliorations‑, Land­ge­win­nungs- , Deich­bau­ar­bei­ten, Wild­bach- und Lawi­nen­ver­bau, Sport­an­la­gen­bau sowie Errich­tung von Schall­schutz­wäl­len und Sei­ten­be­fes­ti­gun­gen an Verkehrswegen;
  8. Est­ri­ch­ar­bei­ten, das sind zum Bei­spiel Arbei­ten unter Ver­wen­dung von Zement, Asphalt, Anhy­drit, Magne­sit, Gips, Kunst­stof­fen oder ähn­li­chen Stoffen;
  9. Fas­sa­den­bau­ar­bei­ten;
  10. Fer­tig­bau­ar­bei­ten: Ein­bau­en oder Zusam­men­fü­gen von Fer­tig­bau­tei­len zur Erstel­lung, Instand­set­zung, Instand­hal­tung oder Ände­rung von Bau­wer­ken; fer­ner das Her­stel­len von Fer­tig­bau­tei­len, wenn die­se zum über­wie­gen­den Teil durch den Betrieb, einen ande­ren Betrieb des­sel­ben Unter­neh­mens oder inner­halb von Unter­neh­mens­zu­sam­men­schlüs­sen – unbe­scha­det der Rechts­form – durch den Betrieb min­des­tens eines betei­lig­ten Gesell­schaf­ters zusam­men­ge­fügt oder ein­ge­baut wer­den; nicht erfaßt wird das Her­stel­len von Beton­fer­tig­tei­len, Holz­fer­tig­tei­len zum Zwe­cke des Errich­tens von Holz­fer­tig­bau­wer­ken und Iso­lier­ele­men­ten in mas­si­ven, orts­fes­ten und auf Dau­er ein­ge­rich­te­ten Arbeits­stät­ten nach Art sta­tio­nä­rer Betrie­be; § 2 Nr. 12 bleibt unberührt;
  11. Feue­rungs- und Ofenbauarbeiten;
  12. Fliesen‑, Plat­ten- und Mosa­ik-Ansetz- und Verlegearbeiten;

14a.   Fug­ar­bei­ten an Bau­wer­ken, ins­be­son­de­re Ver­fu­gung von Ver­blend­mau­er­werk und von Anschlüs­sen zwi­schen Ein­bau­tei­len und Mau­er­werk sowie dau­er­elas­ti­sche und dau­er­plas­ti­sche Ver­fu­gun­gen aller Art;

  1. Glas­stahl­be­ton­ar­bei­ten sowie Ver­mau­ern und Ver­le­gen von Glasbausteinen;
  2. Gleis­bau­ar­bei­ten;
  3. Her­stel­len von nicht lager­fä­hi­gen Bau­stof­fen, wie zum Bei­spiel Beton- und Mör­tel­mi­schun­gen (Trans­port­be­ton und Fer­tig­mör­tel), wenn mit dem über­wie­gen­den Teil der her­ge­stell­ten Bau­stof­fe die Bau­stel­len des her­stel­len­den Betriebs, eines ande­ren Betriebs des­sel­ben Unter­neh­mens oder inner­halb von Unter­neh­mens­zu­sam­men­schlüs­sen – unbe­scha­det der Rechts­form – die Bau­stel­len des Betriebs min­des­tens eines betei­lig­ten Gesell­schaf­ters ver­sorgt werden;
  4. Hoch­bau­ar­bei­ten;
  5. Holz­schutz­ar­bei­ten an Bauteilen;
  6. Kanalbau-(Sielbau-)Arbeiten;
  7. Mau­rer­ar­bei­ten;
  8. Ramm­ar­bei­ten;
  9. Rohrleitungsbau‑, Rohrleitungstiefbau‑, Kabel­lei­tungs­tief­bau­ar­bei­ten und Bodendurchpressungen;
  10. Schacht­bau- und Tunnelbauarbeiten;
  11. Scha­lungs­ar­bei­ten;
  12. Schorn­stein­bau­ar­bei­ten;
  13. Spreng‑, Abbruch- und Ent­trüm­me­rungs­ar­bei­ten; nicht erfaßt wer­den Abbruch- und Abwrack­be­trie­be, deren über­wie­gen­de Tätig­keit der Gewin­nung von Roh­ma­te­ria­li­en oder der Wie­der­auf­be­rei­tung von Abbruch­ma­te­ria­li­en dient;
  14. Stahl­bie­ge- und ‑flecht­ar­bei­ten, soweit sie zur Erbrin­gung ande­rer bau­li­cher Leis­tun­gen des Betrie­bes oder auf Bau­stel­len aus­ge­führt werden;
  15. Sta­ker­ar­bei­ten;
  16. Stein­metz­ar­bei­ten;
  17. Stra­ßen­bau­ar­bei­ten, das sind zum Bei­spiel Stein‑, Asphalt‑, Beton‑, Schwarz­stra­ßen­bau­ar­bei­ten, Pflas­ter­ar­bei­ten aller Art, Fahr­bahn­mar­kie­rungs­ar­bei­ten; fer­ner Her­stel­len und Auf­be­rei­ten des Misch­guts, wenn mit dem über­wie­gen­den Teil des Misch­guts der Betrieb, ein ande­rer Betrieb des­sel­ben Unter­neh­mens oder inner­halb von Unter­neh­mens­zu­sam­men­schlüs­sen – unbe­scha­det der Rechts­form – der Betrieb min­des­tens eines betei­lig­ten Gesell­schaf­ters ver­sorgt wird
  18. Stra­ßen­walz­ar­bei­ten;
  19. Stuck‑, Putz‑, Gips- und Rabitz­ar­bei­ten ein­schließ­lich des Anbrin­gens von Unter­kon­struk­tio­nen und Putzträgern;
  20. Ter­raz­zoar­bei­ten;
  21. Tief­bau­ar­bei­ten;
  22. Tro­cken- und Mon­ta­ge­bau­ar­bei­ten (zum Bei­spiel Wand- und Decken­ein­bau und ‑ver­klei­dun­gen), Mon­ta­ge von Bau­fer­tig­tei­len ein­schließ­lich des Anbrin­gens von Unter­kon­struk­tio­nen und Putzträgern;
  23. Ver­le­gen von Boden­be­lä­gen in Ver­bin­dung mit ande­ren bau­li­chen Leistungen;
  24. Ver­mie­ten von Bau­ma­schi­nen mit Bedie­nungs­per­so­nal, wenn die Bau­ma­schi­nen mit Bedie­nungs­per­so­nal zur Erbrin­gung bau­li­cher Leis­tun­gen ein­ge­setzt werden;

38a.   Wär­me­dämm­ver­bund­sys­tem­ar­bei­ten;

  1. Was­ser­werks­bau­ar­bei­ten, Was­ser­hal­tungs­ar­bei­ten, Was­ser­bau­ar­bei­ten (zum Bei­spiel Was­ser­stra­ßen­bau, Was­ser­be­cken­bau, Schleusenanlagenbau);
  2. Zim­mer­ar­bei­ten und Holz­bau­ar­bei­ten, die im Rah­men des Zim­mer­ge­wer­bes aus­ge­führt werden;
  3. Auf­stel­len von Bauaufzügen.

(3) Betrie­be und Betriebs­ab­tei­lun­gen im Sin­ne des Absat­zes 1 sind auch

  1. Betrie­be, die Gerüs­te auf­stel­len (Gerüst­bau­er­hand­werk),
  2. Betrie­be des Dachdeckerhandwerks.

(4) Betrie­be und Betriebs­ab­tei­lun­gen im Sin­ne des Absat­zes 1 sind fer­ner die­je­ni­gen des Gar­ten- und Land­schafts­baus, in denen fol­gen­de Arbei­ten ver­rich­tet werden:

  1. Erstel­lung von Garten‑, Park- und Grün­an­la­gen, Sport- und Spiel­plät­zen sowie Friedhofsanlagen;
  2. Erstel­lung der gesam­ten Außen­an­la­gen im Woh­nungs­bau, bei öffent­li­chen Bau­vor­ha­ben, ins­be­son­de­re an Schu­len, Kran­ken­häu­sern, Schwimm­bä­dern, Straßen‑, Autobahn‑, Eisen­bahn-Anla­gen, Flug­plät­zen, Kasernen;
  3. Deich‑, Hang‑, Hal­den- und Böschungs­ver­bau ein­schließ­lich Faschinenbau;
  4. inge­nieur­bio­lo­gi­sche Arbei­ten aller Art;
  5. Schutz­pflan­zun­gen aller Art;
  6. Drai­nie­rungs­ar­bei­ten;
  7. Melio­ra­ti­ons­ar­bei­ten;
  8. Land­ge­win­nungs- und Rekultivierungsarbeiten.

(5) Betrie­be und Betriebs­ab­tei­lun­gen im Sin­ne des Absat­zes 1 sind von einer För­de­rung der ganz­jäh­ri­gen Beschäf­ti­gung durch das Sai­son-Kurz­ar­bei­ter­geld aus­ge­schlos­sen, wenn sie zu einer abgrenz­ba­ren und nen­nens­wer­ten Grup­pe gehö­ren, bei denen eine Ein­be­zie­hung nach den Absät­zen 2 bis 4 in der Schlecht­wet­ter­zeit nicht zu einer Bele­bung der wirt­schaft­li­chen Tätig­keit oder zu einer Sta­bi­li­sie­rung der Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se der von sai­son­be­ding­ten Arbeits­aus­fäl­len betrof­fe­nen Arbeit­neh­mer führt.

§ 2 Aus­ge­schlos­se­ne Betriebe

Nicht als för­der­fä­hi­ge Betrie­be im Sin­ne des § 1 Abs. 1 anzu­se­hen sind Betriebe

  1. des Bau­ten- und Eisenschutzgewerbes;
  2. des Beton­wa­ren und Ter­raz­zo­wa­ren her­stel­len­den Gewer­bes, soweit nicht in Betriebs­ab­tei­lun­gen nach deren Zweck­be­stim­mung über­wie­gend Bau­leis­tun­gen im Sin­ne des § 1 Abs. 1 und 2 aus­ge­führt werden;
  3. der Fas­sa­den­rei­ni­gung;
  4. der Fuß­bo­den- und Parkettlegerei;
  5. des Gla­ser­hand­werks;
  6. des Instal­la­ti­ons­ge­wer­bes, ins­be­son­de­re der Klemp­ne­rei, des Kli­ma­an­la­gen­bau­es, der Gas‑, Wasser‑, Heizungs‑, Lüf­tungs- und Elek­tro­in­stal­la­ti­on, sowie des Blitz­schutz- und Erdungsanlagenbaus;
  7. des Maler- und Lackie­rer­hand­werks, soweit nicht über­wie­gend Bau­leis­tun­gen im Sin­ne des § 1 Abs. 1 und 2 aus­ge­führt werden;
  8. der Natur­stein- und Natur­werk­stein­in­dus­trie und des Steinmetzhandwerks;
  9. der Naß­bag­ge­rei;
  10. des Kachel­ofen- und Luftheizungsbaues;
  11. der Säu­rebau­in­dus­trie;
  12. des Schrei­ner­hand­werks sowie der holz­be- und ‑ver­ar­bei­ten­den Indus­trie ein­schließ­lich der Holz­fer­tig­bau­in­dus­trie, soweit nicht über­wie­gend Fertigbau‑, Dämm- (Iso­lier-), Tro­cken­bau- und Mon­ta­ge­bau­ar­bei­ten oder Zim­mer­ar­bei­ten aus­ge­führt werden;
  13. des rei­nen Stahl‑, Eisen‑, Metall- und Leicht­me­tall­baus sowie des Fahrleitungs‑, Freileitungs‑, Orts­netz- und Kabelbaus;
  14. und Betrie­be, die Beto­n­ent­la­de­ge­rä­te gewerb­lich zur Ver­fü­gung stellen.

 § 3 (weg­ge­fal­len)

§ 4 Inkraft­tre­ten, Außerkrafttreten

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Novem­ber 1980 in Kraft.

 Schluß­for­mel

Der Bun­des­mi­nis­ter für Arbeit und Sozialordnung